Musica con Clarino
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Komponisten & Werke

Texte zu folgenden Komponisten:

  • Georg Philipp Telemann
  • Francesco Bartolomeo Conti
  • Joseph Riepel
  • Johann Adam Karl Georg von Reutter

Das "neue" Telemann-Trompetenkonzert. Info hier!

Georg Philipp Telemann (1681-1767)

Concerto D-Dur (TWV deest) für 2 Trompeten, 2 Oboen, 2 Violinen, Viola & B.c.

Im Kompendium "A Calendar and Comprehensive Source Catalogue of Georg Philipp Telemann's Vocal and Instumental Music with Brass" (eine Übersicht aller bekannten Telemann-Werke mit Horn und Trompete von Don Smithers) fehlt das hier zum ersten Mal in einer Neuausgabe vorgelegte Werk und ebenso im Telemann-Werkverzeichnis.

Bis vor kurzem war nicht bekannt, dass dieses "Concerto von Hautbois und Trompeten", wie der Titel auf dem anonymen Stimmensatz in der Universitätsbibliothek Rostock lautet, von Telemann stammt, obwohl die Autorschaft bei einer Analyse des Werkes eindeutig gewesen wäre.

Im Jahr 2001 schliesslich wurde das lange verschollen geglaubte Notenarchiv der Singakademie Berlin von Kiew/Ukraine nach Deutschland rücküberführt. Ein Bestandteil dieses Archives ist eine bis dahin unbekannte Oper bzw. Serenata Telemanns mit dem Titel "Pastorelle en musique". Als Ouvertüre für dieses Stück dient das vorliegende Concerto D-Dur, womit der verbindliche Nachweis erbracht wurde, dass Telemann der Komponist dieses interessanten Werkes ist.

Francesco Bartolomeo Conti (1682-1732) 

Conti wurde am 20.01.1682 in Florenz geboren und erhielt bereits in jungen Jahren Unterricht im Lautenspiel, mit welchem er zukünftig seinen Lebensunterhalt verdienen sollte. Bereits mit 19 Jahren wurde er von Kaiser Leopold I. in Wien angestellt, wo er allerdings nur kurz blieb. Zusammen mit seinem Landsmann Giovanni Battista Bononcin (1670-1747) reiste er über Berlin nach London, wo er jeweils Erfahrungen im damaligen Opernbetrieb sammelte, welche ihm später sehr dienlich waren.

Als 1708 der kaiserliche Wiener Hoftheorbist Orazio Clementi (geb.1637) starb, wurde Conti als dessen Nachfolger mit dem damals enormen Jahreshonorar von 1440 Gulden angestellt. 1713 verdoppelte sich dieses Gehalt nochmals, da der Titel eines Hofkomponisten für Conti hinzukam. Zu seinem Aufgabenbereich gehörte nicht nur das Spiel der Theorbe, sondern auch die Komposition von Opern, Oratorien, Kantaten, sowie geistlicher Musik.

Obwohl Conti nur 50 Jahre alt wurde, war er drei Mal verheiratet; seine zweite und dritte Frau waren jeweils Sängerinnnen, für welche er in seinen Kompositionen mehrfach dankbare Partien vorsah. 1732 starb Conti in Wien.

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Joseph Riepel (1709-1782)

Riepel wurde in Deutsch-Hörschlag, Oberösterreich, als drittes von neun Kindern des Gastwirts Philip Riepel und dessen Frau Ursula geboren. Getauft wurde er am 22.01.1709 im Pfarrort Rainbach im Mühlkreis, nördlich von Freistadt. In seiner Jugend wurde Joseph Riepel seinen Kräften entsprechend sogleich für die Landwirtschaft herangezogen und erhielt nach eigener Aussage eine "scharffe Erziehung". Sehr früh kam Riepel mit der Violine in Berührung und bereits zu Beginn der 1720-er Jahre scheint er mit dem Komponieren begonnen zu haben.

Im Alter von 18 Jahren, 1727, besucht er das Jesuitengymnsatium in Steyr und ab November 1733 nimmt er als "Logicus" am Lyzeum der Sesuiten in Linz das Studium auf. Zwei Jahre lang blieb Riepel dort. In diese Zeit dürfte auch seine intensive Beschäftigung mit Johann Josep Fux' "Gradus ad Parnassum" fallen.

Im Jahr 1735 schliesslich wechselt Riepel von Linz an die Universität nach Graz. Dort studierte er ein drittes und letztes Jahr lang Philosophie. Im Anschluss an das Studium begab er sich dann in die Dienste des Grafen Alexander von d'Ollone, in dessen Gefolge er mehrere Kriegszüge und u.a. auch die Belagerung der Festung Banja Luka (heute Serbien - damals türkisch) im Rahmen des österreichisch-türkischen Krieges von 1737 mitmachte.

Nach dem Ende des sog. vierten osterreichisch-russischen Türkenkrieges 1739 schied Riepel aus den Diensten des Grafen d'Ollone aus und versuchte, von seinen Fähigkeiten als Musiker zu leben. In den Jahren 1740-1745 hielt sich Riepel nachweislich in Dresden auf und diese Zeit sollte für sein musikalischen Werdegang entscheidend sein. War er bisher eher Autodidakt gewesen, so erhielt er hier zum ersten Mal einen fundierten musikalischen Unterricht, der diesen Namen auch verdiente.

Riepel war 31 Jahre alt, als er in Dresden ankam und die Feststellung muss überraschen, dass aus dieer Zeit eigentlich kaum nennenswerte Spuren seines kompositorischen Schaffens überliefert sind. Diese sind dann erst aus der Zeit nach 1745 erhalten, als Riepel nach dem Tod seines Freundes un Lehrers Jan Dismas Zelenka Dresden verliess und sich nach Osten in Richtung Polen wandte.

Feste Anstellungen sind auch dort nicht nachweisbar und so scheint sich Riepel im Jahr 1749 auf den Weg in die alte Heimat Österreich gemacht zu haben. Allerdings kam er nur bis Regensbug, wo er als Kapellmeister in den Dienst des Fürsten Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis trat. Diese Stelle bekleidete er bis zu seinem Tod am 23.10.1782.

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Johann Adam Karl Georg von Reutter (1708-1772)

Johann Adam Karl Georg von Reutter gehört heute nach wie vor zu den grossen Unbekannten der Musikgeschichte, obwohl er zu Lebzeiten einige der einflussreichsten Posten im kaiserlichen Wien unter der Herrschaft Maria Theresias bekleidete. Am 6. April 1708 als Sohn von Georg von Reutter d.Ä. (1656-1738) geboren, war er Schüler seines Vaters und v.a. Antonio Caldaras (1670-1736). Von diesem hat er sicherlich die Vorliebe für prominente und extrem virtuose Trompetenpartien übernommen und diese zu einem Abschluss gebracht.

Nach einer Fortbildungsreise nach Italien wurde Reutter 1731 Hofkomponist am kaiserlichen Hof in Wien und 1738 Erster Domkapellmeister am Stephansdom. Im Jahr 1747 erhielt er die Stelle des zweiten Hofkapellmeisters, sowie des Leiters der gesamten Kirchenmusik und 1759 schliesslich wurde er zum ersten Hofkapellmeister ernannt, nachdem er bereits 1756 auch noch zweiter Kapellmeister an St.Stephan geworden war.

Alle diese Titel waren jedoch mehr oder weniger wertlos, denn Kaiserin Maria Theresia setzte einen eisernen Sparkurs durch und verfügte 1751, dass sich die gesamte kaiserliche Hofkapelle mit der vergleichsweise bescheidenen Summe von jährlich 20000 Gulden zu begnügen hätte, womit ein unaufhaltsamer Niedergang der Hofmusik verursacht wurde, den auch Reutter trotz aller Anstrengungen nicht aufhalten konnte. Am 11.März 1772 starb er in Wien.

Seine musikalische Hinterlassenschaft umfasst über 40 Opern, zahlreiche andere musikdramatische Werke, viele Kantaten, Motetten (darunter einige mit Solotrompete), Instrumentalmusik (darunter zwei Trompetenkonzerte) und über 80 Messen.

Mit Johann (Baptist) Heinisch verfügte Reutter über einen hervorragenden Trompeter und viele seiner Kompositionenen dürften für diesen Ausnahmekönnen bestimmt gewesen sein.

Ein amüsantes Gerücht besagt, dass Reutter den jungen Joseph Haydn, der bei ihm ersten Gesangsunterricht erhielt, angeblich kastrieren lassen wollte, um dessen schöne Sopranstimme auch über den Stimmbruch hinweg zu retten.